Grundwassermodelle sind im Land Brandenburg ein seit vielen Jahren anerkanntes  Planungsinstrument für Wassermanagement, Wasserbewirtschaftung und die Sicherheit der Wasserversorgung. Gerade dort, wo Klimawandel, Nutzungskonflikte und Altlasten aus Bergbau und Braunkohleabbau zusammenkommen. Ein aktuelles Beispiel ist das Grundwassermodell Lausitz, das Bund und Länder als länderübergreifendes Steuerungs-, Kontroll- und Bewertungsinstrument aufbauen, um die Folgen des Kohleausstiegs und des Endes der Sümpfung fachlich belastbar zu bewältigen. 

 

Für die AKVO GmbH als Ingenieurgesellschaft mit Schwerpunkt Grundwassermodellierung bedeutet das: Wir unterstützen in Brandenburg sowohl lokale Grundwassermodelle für konkrete Projektgebiete als auch die methodische Brücke zwischen regionalen Modellen, Datenmanagement und anwendungsbezogenen Prognosen. Etwa für Wasserhaushalt, Landwirtschaft, Infrastruktur oder Sanierungsvorhaben. 

 

Überblick zum Thema und Begriffsklärung

Ein Grundwassermodell ist ein Simulationsmodell, welches Grundwasserprozesse in einem definierten Untersuchungsgebiet abbildet. Je nach Aufgabenstellung berechnet es zum Beispiel Fließpfade, Fließgeschwindigkeiten und Grundwassermengen und wird damit zum Werkzeug für Prognosen und Entscheidungen in der Wasserbewirtschaftung. In der Praxis reichen Modelle von lokalen Projektmodellen bis zu Regionalmodellen in großräumigen Region-Kulissen. 

 

Wichtig ist die Modellskala:

 

  • Lokale Modelle beziehen sich auf konkrete Projektgebiete, etwa eine geplante Entnahme, eine Baugrube, ein Sanierungsstandort oder ein Wasserschutzgebiet.
  • Regionale Modelle betrachten große Gebiete, um übergreifende Entwicklungen und Maßnahmen zu bewerten, etwa im Kontext von Strukturwandel, Bergbaufolgen oder großräumiger Wasserbewirtschaftung.

 

Grundwassermodelle Brandenburg

In Brandenburg werden Grundwassermodelle typischerweise dort eingesetzt, wo Entscheidungen ohne belastbare Daten und Szenarien zu riskant wären. Das betrifft unter anderem die Wasserbewirtschaftung und Grundwasserbewirtschaftung bei Nutzungskonflikten und in Niedrigwasserphasen, die Bemessung von Wasserschutzgebieten und Einzugsgebieten von Oberflächengewässern, Prognosen zu den Auswirkungen von Entnahmen, Bauvorhaben und Sanierungen sowie die Erstellung langfristiger Szenarien zu den Einflüssen des Klimawandels auf Grundwasserneubildung und Wasserhaushalt.

 

Dass diese Themen praktisch relevant sind, zeigt auch der Blick auf Einschränkungen bei der Wasserentnahme: In Brandenburg werden bei Niedrigwasserlagen regional Entnahmebeschränkungen und Allgemeinverfügungen veröffentlicht, die je nach Gebiet und Zeitraum auch die Grundwassernutzung zur Bewässerung betreffen können. 

 

AKVO unterstützt in Brandenburg vor allem bei der Erstellung und Anwendung numerischer Modelle für Grundwasserströmung sowie Stoff- und Wärmetransport. Dafür nutzen wir unter anderem FEFLOW und Visual MODFLOW; geologische 3D-Modelle werden beispielsweise mit Leapfrog oder GOCAD aufgebaut. 

 

Datenquellen, Methodik und Modellaufbau

Ein robustes Grundwassermodell steht und fällt mit Daten. Es fließen unter anderem geologische und hydrogeologische Informationen, hydrologische Messreihen und Monitoringdaten ein. Gleichzeitig müssen Datenlücken dokumentiert und Prioritäten für Ergänzungen festgelegt werden, damit Kalibrierung und Validierung belastbar gelingen. 

 

Methodisch umfasst der Aufbau in der Regel:

 

  • Erarbeitung eines Strukturmodells als geologische Grundlage
  • Definition von Randbedingungen und Anfangszuständen
  • numerische Modellierung der Grundwasserströmung
  • Kalibrierung und Validierung gegen Messdaten
  • Szenarienrechnungen zu Klimawandel, Nutzung und Maßnahmen

 

AKVO setzt bei vergleichbaren Aufgaben auf numerische Modelle für Grundwasserströmung sowie Stoff- und Wärmetransport und verbindet diese mit 3D-Geologiemodellen. 

 

AKVO in Brandenburg: Beispiele für lokale Modellprojekte

Neben großräumigen Regionalansätzen braucht es in Brandenburg viele lokale Modelle für konkrete Entscheidungen.

 

  • Grundwasserförderung Oranienburg: AKVO erstellte 2021 im Zusammenhang mit einer geplanten Grundwasserförderung zur Bewässerung ein geologisches 3D-Modell und nutzte dieses als Grundlage für ein Grundwasserströmungsmodell. 
  • Grundwasserströmungs- und Stofftransportmodelle Hennigsdorf: AKVO erstellte und pflegt verschiedene Grundwasserströmungs- und Stofftransportmodelle im Anstrom auf das WW Stolpe
  • Grundwasserströmungs- und hydrothermische Modelle 
  • Grundwasserströmungsmodell zur Sanierungsplanung von  Altlasten im Bereich Schönefeld

 

Solche Projekte zeigen, wie Grundwassermodelle in Brandenburg als Planungs- und Steuerungsinstrument in Umwelt, Bau und Wasserversorgung eingesetzt werden. Wenn Sie ein eigenes Vorhaben mit belastbaren hydrogeologischen Grundlagen planen, lohnt sich ein direkter Kontakt zu AKVO, um Möglichkeiten für ein maßgeschneidertes Grundwassermodell in Brandenburg zu prüfen.

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche verschiedenen Arten von Grundwassermodellen gibt es?

In der Praxis werden vor allem konzeptionelle Modelle, analytische Ansätze und numerische Simulationsmodelle genutzt. Numerische Modelle bilden Strömung und Transport rechnerisch ab und können Szenarien simulieren. Je nach Ziel werden lokale Projektmodelle oder großräumige Regionalmodelle aufgebaut.

 

Wie ist die Grundwassersituation in Brandenburg?

Sie ist regional sehr unterschiedlich und stark geprägt von Nutzung, Geologie und klimatischen Bedingungen. In Trockenphasen kann es zu lokalen Belastungen kommen, weshalb in Brandenburg regional auch Entnahmebeschränkungen kommuniziert werden. 

 

In welcher Tiefe liegt der  Grundwasserspiegel?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Grundwasseroberfläche hängt von Geologie, Relief, Nähe zu Gewässern und Jahreszeit ab. In Niederungsgebieten kann Grundwasser sehr oberflächennah anstehen, in höher gelegenen oder durchlässigen Bereichen deutlich tiefer.

 

Welche Einschränkungen gibt es bei der Grundwasserentnahme in Brandenburg?

Einschränkungen können aus wasserrechtlichen Erlaubnissen, Schutzgebieten und aus temporären Allgemeinverfügungen in Niedrigwasserlagen resultieren. Brandenburg veröffentlicht dazu regionale Übersichten und Regelungen, die je nach Landkreis oder Stadt variieren.