Oberflächennahe Geothermie für die Wärme- und Kälteversorgung der Universitätsmedizin Oldenburg (UMO) – Medizincampus Pophankenweg im Technologiepark
Ein bedeutender Meilenstein ist erreicht: Die wasserrechtliche Genehmigung für das Geothermie-Projekt des zukünftigen Medizincampus Pophankenweg im Technologiepark liegt vor! Damit ist ein entscheidender Schritt für die nachhaltige Wärme- und Kälteversorgung der geplanten Gebäude des Medizincampus geschafft. Die Freigabe durch die zuständige Wasserbehörde bestätigt die sorgfältige Planung, die hohe fachliche Qualität sowie die umweltverträgliche Auslegung des Projekts – und ebnet nun den Weg für die Umsetzung.
Im Technologiepark der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg entsteht am Pophankenweg der neue Medizincampus – ein zukunftsweisendes Bauvorhaben, das Forschung, Lehre und medizinische Infrastruktur nachhaltig miteinander verbindet. Mit dem Neubau setzt die Universität ein starkes Zeichen für innovative Wissenschaftsstandorte und klimafreundliche Energieversorgung.
Ein zentraler Bestandteil des Energiekonzeptes ist die Nutzung von oberflächennaher Geothermie. Die AKVO GmbH aus Berlin hat gemeinsam mit der aQua-thermic Ingenieurgesellschaft mbH aus Strausberg seit 2024 die Vorplanung, Entwurfsplanung, Genehmigungsplanung sowie die Ausführungsplanung für das geothermische System durchgeführt. Unter anderem wurden drei Testbohrungen begleitet, um die Eigenschaften des Untergrundes erkunden zu können. Darauf aufbauend erfolgte die Auslegung der Geothermieanlage, d.h. Anzahl, Tiefe und Konfiguration der Erdwärmesonden wurde ermittelt. Im Anschluss erfolgte eine komplexe 3D-Simulation der Umweltauswirkungen, d.h. die Erwärmung im Sommer und die Abkühlung im Winter des Untergrundes durch die Wärmeentnahme wurden über 25 Jahre modelliert. Herausfordernd war dabei die sukzessiv anwachsende Geothermieanlage korrekt umzusetzen, denn im ersten Bauabschnitt werden 57 Erdwärmesonden in Betrieb genommen. Einige Jahre versetzt folgen weitere Erdwärmesonden.
Die wasserrechtliche Erlaubnis der zuständigen Wasserbehörde für das Bauvorhaben liegt nun vor, sodass die Umsetzung planmäßig erfolgen kann.
Nachhaltige Wärme und Kälteversorgung aus dem Untergrund
Geothermie nutzt die natürliche Wärme des Untergrunds zur Heizung und Kühlung von Gebäuden. Die Wärme- und Kälteversorgung des Medizincampus erfolgt über Erdwärmesonden, die die im Erdreich gespeicherte Wärme nutzbar machen. Bei diesem System werden vertikale Sonden in den Untergrund eingebracht. In den Sonden zirkuliert ein Wärmeträgermedium in einem geschlossenen Kreislauf. Dieses nimmt die im Erdreich ganzjährig nahezu konstant vorhandene Temperatur auf und transportiert die Energie zur Wärmepumpe. Dort wird das Temperaturniveau angehoben und für Heizzwecke genutzt. Im Sommer kann das System zudem zur Kühlung eingesetzt werden, indem überschüssige Wärme aus dem Gebäude in den Untergrund abgeführt wird.
Für das Projekt am Medizincampus werden die Erdwärmesonden bis in eine Tiefe von 190 Metern eingebracht. Insgesamt sind 108 Sonden vorgesehen. Die Umsetzung erfolgt in drei Bauabschnitten. Der erste Bauabschnitt umfasst 57 Erdwärmesonden und bildet damit die Grundlage für die nachhaltige Energieversorgung des ersten Gebäudekomplexes.
Mit diesem Projekt leistet die AKVO GmbH gemeinsam mit ihren Partnern einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen und zukunftssicheren Energieversorgung des Wissenschaftsstandortes Oldenburg.
2026 sollen die ersten Erdwärmesonden errichtet werden. Weitere Erdwärmesonden werden in den nächsten Jahren folgen, sodass die Geothermieanlage parallel zu den sukzessiv wachsenden Campus ausgebaut wird.
Auch durch die Aufgeschlossenheit des Staatlichen Baumanagements Niedersachsen Region Nord-West und des Niedersächsischen Landesamtes für Bau und Liegenschaften (NLBL) gegenüber der Geothermie wird das Projekt mit der erneuerbaren Erdwärme realisiert. Wir danken dem Auftraggeber das Staatliche Baumanagement Niedersachsen Region Nord-West und der gesamten Projektgruppe für die konstruktive Zusammenarbeit.
Nützliche Links zum Projekt:
Flächen- und Bauplanung // Universität Oldenburg
Steckbrief_1._BA_UMO_2024-11.pdf
Pressemitteilung von 2022
Wichtige Pflöcke für den Ausbau der Uni-Medizin eingeschlagen // Universität Oldenburg
