Seit 2014 wird am Straussee ein anhaltender Rückgang des Wasserstands beobachtet, der sich in den letzten Jahren spürbar auf Nutzung und Ökologie des Gewässers ausgewirkt hat. Als maßgebliche Einflussgrößen gelten klimatische Veränderungen (geringere Winterniederschläge und höhere Sommertemperaturen). Weiterhin wirken sich gesteigerte  Grundwasserentnahmen und landnutzungsbedingte Effekte aus. In Phase 1 der Machbarkeitsstudie wurden bereits verschiedene Stabilisierungsmöglichkeiten geprüft, darunter die Zuleitung von Fremdwasser aus dem Kriensee, um das Wasserdargebot mittelfristig zu stützen.

 

Gegenstand der Phase 2

Die von der Joswig Ingenieure GmbH im Auftrag der Stadt Strausberg bearbeitete Phase 2 vertiefte diese Ansätze und bewertete die Auswirkungen einer Fremdwasserzuleitung auf den Wasserhaushalt des Straussees sowie auf den chemischen und ökologischen Zustand des Sees und angrenzender Gewässer. Ergänzend wurden flankierende Maßnahmen wie Waldumbau und der Rückbau von Drainagesystemen hinsichtlich Wirksamkeit, Umweltauswirkungen und Umsetzbarkeit beurteilt. Ziel war eine belastbare Entscheidungsgrundlage, die kurzfristige Effekte wie auch saisonale und langfristige Entwicklungen berücksichtigt.

 

Rolle der AKVO GmbH

Die AKVO GmbH hat die Stadt Strausberg in den Phasen I und II fachlich begleitet und die hydro(geo)logische Bewertung, Datenaufbereitung und methodische Ausgestaltung der Untersuchungen unterstützt. Eingebracht wurden u. a. unsere Erfahrungen in der hydrogeologischen Untersuchung, der numerischen Grundwassermodellierung (z. B. Strömungs-, Stoff- und Wärmetransport) sowie in der Bewertung von Maßnahmenkombinationen im Landschaftswasserhaushalt. Durch die enge Abstimmung mit Auftraggeberin, Fachbehörden und weiteren Beteiligten gestaltete sich der Prozess transparent und fachlich konsistent.

 

Methodik und Datengrundlage

Aufbauend auf einem erweiterten Monitoring wurden 2024 Wasserstands-, Abfluss- und Qualitätsdaten, topografische und ökologische Befunde sowie Informationen zu Entwässerungs- und Nutzungsstrukturen erhoben und konsolidiert. Darauf aufbauend vergleicht die Studie Szenarien zur Zuleitung aus dem Kriensee mit unterschiedlichen Betriebs- und Randbedingungen und bewertet hydrologische Wirkung, Genehmigungsfähigkeit und Umweltverträglichkeit. Sensitivitäts- und Unsicherheitsanalysen unterstützen die Ableitung robuster Aussagen und zeigen, welche Stellgrößen den größten Einfluss auf den angestrebten Stützungseffekt haben.

 

Förderung und Beteiligte

Die Untersuchungen werden durch das Land Brandenburg über die Richtlinie „Gewässerentwicklung / Landschaftswasserhaushalt“ gefördert. Beteiligt sind u. a. die Stadt Strausberg, die AKVO GmbH, das zuständige Ministerium, das Landesamt für Umwelt und die Bürgerinitiative zur Erhaltung des Straussees. Die Zusammenarbeit im Verbund unterstützt eine fachlich fundierte und zugleich bürgernahe Entscheidungsfindung.

 

Ergebnisse und Ausblick

Durch die Einleitung von Wasser aus dem Kriensee kann der Wasserhaushalt des Straussees mengenmäßig stabilisiert werden. Im Ergebnis der Untersuchungen zur Phase 2 wurde aber auch deutlich, dass aufgrund der zwischenzeitlich massiv zurückgegangenen Oberflächenwasserzuflüsse in den Straussee die Einleitung von unverdünntem, stärker sulfathaltigem Wasser aus dem Kriensee negative Auswirkungen auf den ökologischen Zustand des Straussees haben kann. Es sind somit weitere Untersuchungen zur Herkunft und ggf. Verminderung der Sulfatproblematik notwendig sowie Abwägungsprozesse, da ein weiter sinkender Wasserspiegel des Straussees ebenfalls zu ökologischen Verschlechterungen führen wird. 

 

Weitere Informationen finden Sie hier: Artikel auf strausberg-live.de